Ratgeber
Umsatz steigt, Gewinn nicht – woran das liegt
25. August 2026 · 6 Min. Lesezeit
Mehr Aufträge, mehr Leute, mehr Arbeit. Und am Jahresende steht ungefähr dasselbe Ergebnis wie vor drei Jahren. Das ist kein Buchhaltungsproblem, Ihr Steuerberater bucht sauber. Es ist ein Kalkulationsproblem. Fünf Gründe kommen immer wieder vor. Gehen Sie sie ehrlich für sich durch.
1. Ihr Stundensatz stammt aus einem anderen Jahr
Er wurde einmal gerechnet und danach jährlich um ein bisschen erhöht. Löhne, Material und Versicherungen sind in derselben Zeit schneller gestiegen. Rechnen Sie den Satz einmal von Grund auf neu, nicht aus dem Gefühl. Oft fehlen ein paar Euro pro Stunde, und die fehlen bei jeder Stunde.
2. Sie rechnen Ihre eigene Zeit nicht ein
Solange Sie selbst mitarbeiten und Ihre Stunden nicht als Kosten buchen, sieht jeder Auftrag besser aus, als er ist. Ihre Zeit ist die teuerste im Betrieb. Genau hier verschwindet bei Inhabern die Marge, weil sie in keiner Kalkulation auftaucht.
3. Eine ganze Auftragsart zahlt drauf, und keiner sieht es
In der Buchhaltung landet alles in einem Topf. Damit subventionieren Sie einen Teil Ihrer Arbeit mit einem anderen, ohne es zu merken. Erst wenn Sie die Aufträge in drei bis fünf Gruppen trennen, Sanierung, Neubau, Wartung, was in Ihrem Gewerk eben die Kategorien sind, sehen Sie, welche Gruppe trägt und welche kostet.
4. Nachträge werden gemacht, aber nicht berechnet
Der Kunde wollte noch etwas, Sie haben es mitgemacht, eine Rechnung dafür wurde nie geschrieben. Einzeln fällt das nicht auf. Bei jedem dritten Auftrag summiert es sich zu einem Monatsgehalt im Jahr.
5. Wachstum vergrößert den Fehler, der schon drin war
Solange ein Betrieb klein ist, trägt ein guter Auftrag drei mäßige, und niemand merkt es. Wächst der Betrieb, wird aus dem einen mäßigen Auftrag eine Auftragsart, die in zwanzigfacher Ausführung durch den Betrieb läuft. Mehr Umsatz macht den Fehler nicht kleiner, sondern größer.
Was Sie konkret tun können
Die gute Nachricht: Dafür braucht es keine neue Software und kein Controlling-Projekt. Die Zahlen sind fast immer schon da, sie sind nur nie getrennt worden. Fangen Sie hier an:
- Aufträge in drei bis fünf Gruppen trennen.
- Die eigene Zeit als Kosten einrechnen.
- Die drei schlechtesten Gruppen benennen, dann entscheiden: Preis hoch, Ablauf ändern oder aufhören.
- Eine einzige Kennzahl festlegen, die Sie jeden Monat selbst ablesen.
Das ist betriebswirtschaftliche Rechnerei, keine Steuerberatung, und genau die mache ich mit Ihnen. Mehr über mich.